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Formel 1: Verdächtigungen auch nach erstem Testtag

Formel 1: Verdächtigungen auch nach erstem Testtag

Formel 1: Verdächtigungen auch nach erstem Testtag

Formel-1-Weltmeister Landon Norris hat am Mittwoch bei den ersten Testfahrten der Saison 2026 in Bahrain die beste Zeit erzielt. Der britische McLaren-Pilot war in 1:34,669 Minuten um 0,129 Sekunden schneller als Max Verstappen im Red Bull. Doch die Verdächtigungen, dass sich nicht alle Teams an die neuen Regeln halten, gingen auch in Bahrain weiter.

Verstappen absolvierte mit 135 Runden die meisten Umläufe am Mittwoch. Dem Dritten Charles Leclerc (Ferrari) fehlte bereits über eine halbe Sekunde auf die Bestzeit von Norris. Probleme hatte Mercedes. George Russell landete auf Rang sechs, Andrea Kimi Antonelli auf Rang elf.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich vor allem von Verstappens und Red Bulls Darbietung beeindruckt. "Sie können viel mehr Energie auf den Geraden abgeben als alle anderen. Ich spreche da von einer Sekunde pro Runde über aufeinanderfolgende Runden", so der Österreicher.

Ferrari-Pilot Lewis Hamilton sah die Angelegenheit genau umgekehrt wie Wolff. "Bis auf Mercedes scheinen wir alle sehr nah beieinanderzuliegen", sagte Hamilton gegenüber Sky Sports. "Es gibt Gerüchte über zusätzliche Leistung bei Mercedes, die wir aber nicht haben", fügte der britische Fahrer hinzu und hoffte, dass "die FIA dafür sorgen wird, dass alle unter gleichen Bedingungen starten".

Mittlerweile hält auch Wolff eine Anpassung der Regeln nicht mehr für unmöglich, nach dem der Druck der Konkurrenz auf die FIA vor Saisonstart stark zugenommen hat. Eine nachträgliche Adaptierung der Vorschriften kurz vor dem ersten Rennen braucht jedoch eine große Mehrheit der Motorenhersteller im FIA-Gremium. Die neuen Motoren sollen am 1. März technisch abgenommen werden.

Das neue Reglement für Motoren und Chassis hat die Fahrzeuge der Königsdisziplin des Motorsports grundlegend verändert: Die 22 Autos mit überarbeiteter Aerodynamik verfügen über Hybridmotoren, die zu 50 Prozent aus Verbrennungsmotor und zu 50 Prozent aus Elektromotoren bestehen – und einen neuen "Boost"-Knopf für plötzliche Beschleunigung besitzen.

Mercedes, dessen Motor auch die Teams von McLaren, Williams und Alpine antreibt, zählte bei den privaten Testfahrten Ende Jänner in Barcelona zu den schnellsten und konstantesten Fahrzeugen. Die anderen Teams vermuten, dass Mercedes eine Lücke im neuen Reglement gefunden hat, die es ihnen ermöglichen würde, höhere Verdichtungsverhältnisse als erlaubt zu erreichen.

Ein höheres Verdichtungsverhältnis verbessert die Energieausbeute des Kraftstoffs. Während die FIA die Verdichtung statisch, also in kaltem Zustand misst, kann diese im Betrieb durch Wärmeausdehnung von Spezialkolben oder Materialien steigen, was zu einem illegalen, aber schwer nachweisbaren Vorteil von schätzungsweise 15 PS führen soll.

Wolff selbst geht eher von ein "paar" (auf Englisch "couple") PS aus, was aber eher nur zwei bis drei Pferdestärken entspräche. Die Rundenzeiten vom Mittwoch ähnelten bereits denen der letzten Saison. Es war der erste von drei Testtagen in dieser Woche, drei weitere folgen nächste Woche. Das erste Rennen der Saison ist der Grand Prix von Australien am 8. März in Melbourne.

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